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Website-Analyse
Von · · 9 Min. Lesezeit

Schweizer Parteien-Websites im KI-Check

Wir haben die Websites der acht großen Schweizer Parteien mit dem AI Website Report analysiert – mit echten Messdaten und neun KI-Perspektiven. Bewertet wurde ausschließlich die digitale Qualität, nicht die Politik.

Website-AnalyseBenchmarkPerformanceKI-SichtbarkeitSchweiz
Laptops und Smartphones mit Website-Analysen vor dem Bundeshaus in Bern

Acht Parteien, ein Befund: Informieren ja, mobilisieren nein

Keine der acht großen Schweizer Parteien kommt im AI Website Report über 64 von 100 Punkten. Der Durchschnitt liegt bei knapp 55. Wir haben die Websites von SVP, SP, Mitte, FDP, Grünen, GLP, EVP und EDU mit unserem Tool auf check.digitales-wachstum.de analysiert – mit echten Messdaten, einem Crawl jeder Seite und neun spezialisierten KI-Perspektiven.

Das Ergebnis ist erstaunlich einheitlich, quer durch alle politischen Lager. Die Parteien betreiben solide Informationsportale mit viel Inhalt. Als Werkzeug, um Besucher zu Mitgliedern, Spendern oder Newsletter-Abonnenten zu machen, funktionieren sie kaum. Und auf dem Smartphone, wo politische Kampagnen heute stattfinden, laden alle acht zu langsam.

Dieser Artikel bewertet keine politischen Inhalte. Es geht ausschließlich um Technik, Nutzerführung und Sichtbarkeit – also um Fragen, die jede Organisation mit einer Website betreffen.

Das Ranking: Grüne vorn, SVP am Schluss – aber alle im Mittelfeld

Die Grünen führen mit 64 Punkten, die SVP bildet mit 45 Punkten das Schlusslicht. Der Abstand ist kleiner, als er klingt: Keine Partei erreicht die Zone, in der eine Website wirklich als Wachstumsmotor arbeitet.

RangParteiScoreStärkster BereichSchwächster BereichLCP mobilKlickelemente
1Grüne64UX & Design (90)Conversion (42)4,8 s319
2FDP61Marke (83)UX & Design (42)15,2 s134
3 GLP58Marke (81)Technik (31)15,7 s171
3EVP58UX & Marke (je 81)SEO (20)102,8 s85
5SP54Technik (69)Conversion (42)12,7 s123
6EDU52Technik (69)Conversion (42)5,9 s136
7Die Mitte47UX & Design (67)Technik (23)35,6 s79
8SVP45Technik (62)UX & Design (33)10,6 s311

LCP (Largest Contentful Paint) misst, wann der größte sichtbare Inhalt geladen ist. Google empfiehlt unter 2,5 Sekunden.

Fünf Muster, die alle Parteien teilen

Die Unterschiede zwischen den Parteien sind kleiner als die Gemeinsamkeiten. Fünf Schwachstellen ziehen sich durch fast alle Reports.

1. Am Desktop schnell, am Smartphone eine Geduldsprobe

Alle acht Websites verfehlen den Google-Richtwert von 2,5 Sekunden auf dem Smartphone. Sechs brauchen über 10 Sekunden, bis der Hauptinhalt steht. Am Desktop sieht es oft gut aus: Die Grünen erreichen dort 98 von 100 Punkten, die EDU 91. Die Ursachen sind fast immer dieselben – ungenutztes JavaScript und CSS, Weiterleitungsketten und zu große Bilder. Bei der GLP lädt die Startseite mobil rund 26 MB, bei der EVP rund 18 MB.

Das Problem: Wer über Social Media, einen QR-Code auf dem Plakat oder eine Google-Anzeige kommt, ist mobil unterwegs. Genau diese Besucher springen ab, bevor sie die Botschaft sehen. Mehr dazu im Wissensartikel zur Website-Performance.

2. Kein klarer nächster Schritt

Sechs von acht Startseiten zeigen im sofort sichtbaren Bereich keinen einzigen Handlungsaufruf. Weiter unten konkurrieren dann 79 bis 319 Klickelemente um Aufmerksamkeit. Bei FDP (8) und EVP (31) gibt es zwar Aufrufe oben, aber so viele, dass keiner heraussticht. „Mitglied werden" steht gleichrangig neben Shop, Agenda und Sprachwahl.

3. Die wichtigste Überschrift fehlt oder ist falsch

Auf allen acht Startseiten stimmt die H1-Überschrift nicht. Bei FDP, SP, SVP, Grünen und EDU fehlt sie ganz. Die GLP hat mehrere. Bei der EVP lautet sie „News". Bei der Mitte belegt das Cookie-Banner die H1 – Suchmaschinen lesen dort auf acht Seiten „Funktionale Cookies" als Hauptthema.

4. Viel Inhalt, wenig Vertrauenssignale

Sechs Parteien landen im Bereich Conversion bei identischen 42 Punkten. Keine Website zeigt Stimmen echter Mitglieder. Kaum eine beantwortet die Fragen, die vor einem Beitritt stehen: Was kostet die Mitgliedschaft? Muss ich aktiv mitmachen? Was passiert mit meiner Spende? Welche Signale hier wirken, zeigt unser Artikel über 12 Vertrauenssignale.

5. Für KI-Suchmaschinen schwer zitierbar

Fünf Parteien erreichen bei der KI-Sichtbarkeit nur 45 Punkte, FDP und GLP sind mit 73 am besten. ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews erkennen zwar alle Parteien korrekt. Es fehlen aber die Signale, die eine Seite zur bevorzugten Quelle machen: Autorenangaben bei Medienmitteilungen, Article-Auszeichnung in den strukturierten Daten, kurze Frage-Antwort-Blöcke und eine llms.txt. Wer fragt „Was fordert Partei X zur Initiative Y?", bekommt die Antwort deshalb eher aus Medienberichten als von der Partei selbst. Hintergründe dazu in der GEO-Analyse.

Die Parteien im Einzelnen

Jede Website hat eine Stärke, auf der sie aufbauen kann – und eine Baustelle, die alles andere ausbremst.

Grüne (64) – technisch am saubersten, inhaltlich am lautesten. Die beste Barrierefreiheit (94/100), keine Layout-Sprünge, die schnellste mobile Seite im Feld. Dafür die meisten Klickelemente: 319 auf der Startseite, aber kein einziger Aufruf im sichtbaren Bereich. Wer helfen will, muss erst suchen.

FDP (61) – starke Marke, schwache Bedienbarkeit. Der Claim „Für alle, die den Wecker stellen!" bleibt hängen, der Markenauftritt erreicht 83 Punkte. Gleichzeitig ist der Zoom auf dem Smartphone gesperrt, 88 Links haben keinen lesbaren Text, und im Kopfbereich war zum Messzeitpunkt rohes CSS sichtbar. Eine XML-Sitemap fehlt.

GLP (58) – modern gestaltet, aber schwer. Konsequente Typografie, 100 Punkte im technischen SEO-Check und gute KI-Sichtbarkeit (73). Die Startseite wiegt mobil allerdings rund 26 MB und braucht 15,7 Sekunden. Statt einer Kernbotschaft begrüßt Besucher ein Slider mit Medienmitteilungen.

EVP (58) – sympathisch, aber im SEO-Keller. Die Kundensicht ist mit 75 Punkten die beste im Feld, Mandatsträger geben der Partei ein Gesicht. Doch der mobile LCP lag bei extremen 102,8 Sekunden, es gibt keine Sitemap, keine strukturierten Daten und sechs Seiten mit weniger als 300 Wörtern. SEO-Score: 20.

SP (54) – inhaltsstark, aber hohe Einstiegshürde. 100 Punkte im technischen SEO-Check und eine Alt-Text-Abdeckung von 96 %. Das Newsletter-Formular zeigt aber 25 sichtbare Felder inklusive Geschlecht und Region. Wer nur seine E-Mail-Adresse hinterlassen will, gibt eher auf.

EDU (52) – gute Basis, kleine Pannen mit großer Wirkung. Am Desktop schnell (91/100), alle Bilder beschrieben. Auf acht von neun Seiten fehlt aber die H1. In den strukturierten Daten war die Website zum Messzeitpunkt als „Hotel Aare" benannt – ein Signal, das Suchmaschinen und KI-Modelle irritiert.

Die Mitte (47) – der dringendste Handlungsbedarf. Gute Barrierefreiheit (92/100), aber der mobile LCP lag bei 35,6 Sekunden. Kritischer noch: Zum Messzeitpunkt lieferte die Unterseite /kostenbremse-redirect Inhalte zu Online-Casinos aus. Für jede Organisation ist so ein Fund ein Reputationsrisiko und gefährdet die Zulassung für Werbenetzwerke.

SVP (45) – maximale Inhaltsfülle, minimale Führung. Durchschnittlich über 4.000 Wörter pro Seite und am Desktop schnell (LCP 1,6 s). Dem stehen 434 Links, 311 Klickelemente, gesperrter Zoom und Menüpunkte gegenüber, die auf Fehlerseiten führen. Eine Meta-Description fehlt auf der Startseite ganz.

Was Unternehmen und Verbände daraus lernen können

Die Parteien-Websites zeigen ein Muster, das bei vielen Mittelständlern, Verbänden und Vereinen auftaucht: Die Seite bildet die Organisation ab, statt sie wachsen zu lassen. Die gute Nachricht: Die wirksamsten Hebel kosten wenig.

  1. Mobil zuerst messen. Prüfen Sie Ihre Startseite mit Google PageSpeed Insights im Mobil-Modus. Liegt der LCP über 2,5 Sekunden, sind Bilder, ungenutzte Skripte und Weiterleitungen fast immer die Ursache.
  2. Eine Hauptaktion pro Seite. Was soll ein Erstbesucher tun? Diese eine Aktion gehört als Button in den sofort sichtbaren Bereich, maximal ergänzt um eine zweite.
  3. Eine klare H1. Jede Seite braucht genau eine Hauptüberschrift, die sagt, worum es geht. Kontrollieren Sie, ob Cookie-Banner oder Plugins sich diese Rolle nicht heimlich schnappen.
  4. Einwände beantworten, bevor sie entstehen. Ein kurzer FAQ-Block zu Kosten, Ablauf und Verbindlichkeit plus zwei, drei echte Kundenstimmen senken die Hürde spürbar.
  5. Für KI-Antwortmaschinen schreiben. Autorenangaben, Datumsangaben, Article-Markup und prägnante Frage-Antwort-Abschnitte machen Ihre Inhalte zitierfähig – ein wachsender Teil der Recherche läuft über ChatGPT und Co.
  6. Die eigene Domain überwachen. Alte Kampagnen-URLs und verwaiste Weiterleitungen gehören regelmäßig geprüft. Was dort ausgeliefert wird, fällt auf Ihre Marke zurück.

Wie die deutschen Parteien im selben Verfahren abschneiden, lesen Sie in unserem Vergleich der Bundestagsparteien.

So ist die Analyse entstanden

Grundlage sind echte Messdaten, Stand Oktober 2026: Google-Lighthouse-Messungen für Mobil und Desktop, ein Crawl von jeweils neun Seiten pro Website, das ausgelesene HTML, strukturierte Daten, robots.txt und Sitemap. Neun KI-Agenten bewerten darauf aufbauend je einen Bereich – UX, Conversion, Google Ads, SEO, KI-Sichtbarkeit, Marke, Technik, Geschäftsperspektive und Kundensicht. Der Gesamtscore wird aus diesen Einzelwerten berechnet, nicht frei vergeben.

Analysiert wurden die acht Parteien mit den meisten Sitzen im Nationalrat. MCG und Lega dei Ticinesi sind nicht enthalten. Website-Messungen sind Momentaufnahmen: Ladezeiten schwanken, und einzelne Befunde können inzwischen behoben sein. Aussagen zur Barrierefreiheit beruhen auf automatisierten Prüfungen und ersetzen keine Konformitätsprüfung.

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Häufige Fragen

Bewertet die Untersuchung politische Inhalte?
Nein. Untersucht wurden ausschließlich Technik, Nutzerführung und Sichtbarkeit der Websites – keine Programme, Positionen oder Personen.
Welche Parteien wurden analysiert?
SVP, SP, Die Mitte, FDP, Grüne, GLP, EVP und EDU – die acht Parteien mit den meisten Sitzen im Nationalrat. MCG und Lega dei Ticinesi sind nicht enthalten.
Wie wurde gemessen?
Mit Google-Lighthouse-Messungen für Mobil und Desktop, einem Crawl von je neun Seiten, HTML, strukturierten Daten, robots.txt und Sitemap. Neun KI-Agenten bewerten je einen Bereich; der Gesamtscore wird daraus berechnet.
Wie belastbar sind die Ergebnisse?
Website-Messungen sind Momentaufnahmen (Stand Oktober 2026). Ladezeiten schwanken, einzelne Befunde können inzwischen behoben sein.